Albtraum auf Ameland

von Markus Dietz am 22.07.2010 um 17:43
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Seit Mittwoch schockiert ein neuer Missbrauchsfall ganz Deutschland. Ende Juni reisten 170 Kinder mit dem Stadtsportbund Osnabrück auf die Insel Ameland. Für mindestens sechs 13-jährige Jungen wurden diese Ferien zum Albtraum – denn sie sollen in ihrem eigenen Schlafsaal von älteren Camp-Teilnehmern brutal sexuell missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen elf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren. Drei Tatverdächtige haben die Vorwürfe bereits zugegeben. Die Vernehmungen sollen bis Anfang August abgeschlossen sein.

Der größte Teil der Aufsichtspersonen bestand aus Studenten – ehrenamtliche Helfer im Alter von 18 bis 25. Alle wurden in 50 Stunden geschult – bekamen ihren Jugendleiter-Ausweis. Trotzdem blieben die Misshandlungen unbemerkt. Nun stellt sich die Frage: Hätte dieser grausame Vorfall durch professionell ausgebildetes Personal verhindert werden können? Würde ein professionelles, wachsameres Auge solch schreckliche Vorkommnisse entdecken?

Vielleicht hätten ausgebildete Erzieher oder studierte Sozialpädagogen Veränderungen an den Kindern bemerkt. Vielleicht. Doch eine Ferienfreizeit nur mit Profis ist aus Kostengründen kaum zu realisieren. Noch zeitintensivere Schulungen der unbezahlten Freiwilligen würden diese eventuell abschrecken – und damit auch einen Mangel an Aufsichtspersonen nach sich ziehen.

Markus DietzEs stellt sich also die Frage: Wie professionell müssen Jugendleiter sein – und was ist in der Praxis überhaupt umsetzbar?

Ihr Markus Dietz
Reporter Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen





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