Zum Lachen! Die Charme-Offensive der Bahn

von Steffen Berner am 20.05.2010 um 17:36
Bahn mit Charme

Man muss die Bahn schon sehr mögen, um sie durch eine rosa-rote Brille zu sehen. Wenn man mal wieder im ICE von Hannover nach Köln knappe drei Stunden auf dem Boden gesessen hat, weil der Zug restlos überfüllt ist, kann man über die Charme-Offensive der Bahn nur müde lächeln. Was nützt einem ein freundlicher "Kundenbetreuer", wenn er einem - natürlich freundlich - erklärt, dass "alles voll" ist. Und wenn man dann im Bordrestaurant fast drei Euro für eine Flasche Wasser bezahlt, dann ist der Lächel-Aufschlag wohl im Preis mit drin.

Immerhin bringt uns die Bahn zum Lachen, wenn sie ihren Mitarbeitern jetzt Essstäbchen zwischen die Zähne schiebt. Und sie mit – Verzeihung - beknackten Brillen doch reichlich albern aussehen lässt. Fehlt nur noch ein motivierendes "Chaka Chaka" der Kommunikationstrainerin.

Aber um fair zu sein: Viele Zugbegleiter bemühen sich jeden Tag, so gut es eben geht, die Pannen des Unternehmens wieder auszubügeln. Und einfach machen es ihnen die Fahrgäste nun auch wieder nicht. Wie wäre es um Ihre Laune bestellt, wenn Sie sich mal wieder mit einer Horde betrunkener Fußballfans herum ärgern und anschließend deren Dreck wegräumen müssen? Wenn Sie angespuckt werden oder freundlich grüßend nach der Fahrkarte fragen und der Gast sie stumm rüberschiebt, ohne von seiner Zeitung aufzublicken.

Steffen BernerGanz ehrlich, ich möchte den Job nicht machen. Und ich freu mich über die, die das jeden Tag mit einem Lächeln durchziehen.

Was halten Sie vom Service bei der Deutschen Bahn?

Ihr Steffen Berner
Redakteur Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


Zum Thema:
Sehen Sie unseren Beitrag "Bitte lächeln: Wie rosarote Brillen für mehr Freundlichkeit im Zug sorgen sollen".

Neuer Ansatz für eine alte Legende

von Peter Becker am 18.05.2010 um 14:24
Robin Hood
"Robin Hood“ von Ridley Scott mit Russell Crowe, Cate Blanchett, Mark Strong, Max von Sydow

Eine Filmkritik von Peter Becker

Nach den überwiegend negativen Kritiken, die diese neueste “Robin Hood”-Variante erhalten hat, war ich doch recht skeptisch, ob es tatsächlich einer weiteren Version bedarf. Immerhin ist die Geschichte des Rächers der Enterbten seit 1908 bereits rund 30mal verfilmt worden. Von Kevin Costner als „König der Diebe“ über einen Disney-Klassiker bis zu hin Mel Brooks` „Helden in Strumpfhosen“. Hat diese neue 130-Millionen-Dollar-Produktion von Regie-Veteran Ridley Scott also dennoch ihre Dasein-Berechtigung?


Robin HoodKurz und knapp: Sie hat. Und zwar vor allem weil Drehbuchautor Brian Helgeland einen neuen Ansatz der alten Legende gefunden hat und weil Russell Crowe nach langer Zeit endlich wieder voll und ganz in einer Rolle überzeugt. Zu oft hatte Crowe in letzter Zeit in seinen Filmen seltsam teilnahmslos gewirkt. Im Grunde ist seine Rolle zwar nur eine Neuauflage des Legionärs Maximus aus dem Mega-Hit „Gladiator“ - ebenfalls von Ridely Scott inszeniert - doch in diesen blutig-dreckigen Schlachtenepen scheint Russell Crowe einfach ganz in seinem Element.

Die Handlung setzt lange vor Robin Hoods Einzug in den Sherwood Forrest ein – zur Zeit der Kreuzzüge. Zunächst erfahren wir, dass dieser Robin Hood eigentlich gar nicht Robin Hood ist. Denn das war bislang ja immer Robin von Loxley. Hier ist Robin aber nur ein einfacher Bogenschütze in der Armee von König Richard Löwenherz. Als der echte Ritter von Loxley einem Mordanschlag zum Opfer fällt, nimmt Robin Longstride dessen Identität an, um seine Haut zu retten und um sicher nach England zurückzukehren. Das ist zunächst einmal wenig heldenhaft, doch zu wahrem Heldentum hat Robin dann doch bald die Gelegenheit: Weil die Staatskasse als Folge der Kreuzzüge leer sind, lässt Richard Löwenherz` Bruder Prinz John seinem Volk kaum noch etwas zum Leben. Zeit für Robin Hood, den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben. Da wären wir jetzt doch wieder bei der altbekannten Geschichte, wenn diese nicht durch eine Intrige des rücksichtslos-brutalen Sir Godfrey (Mark Strong als eigentlicher Haupt-Schurke des Films) neuen Schwung erhielte.

Handgemachte Action

Robin Hood Ungemein spannend ist zwar auch das nicht, doch dafür entwickelt „Robin Hood“ im Mittelteil, sobald Lady Marion ins Spiel kommt, eine Leichtigkeit mit Ansätzen von Romantik und Humor, die ich nach dem düsteren Anfang so kaum noch erwartet hätte. Cate Blanchett und Russell Crowe funktionieren als Paar, das ganz allmählich seine Gefühle füreinander entdeckt. Doch bevor es kitschig werden könnte, steuert Regisseur Scott langsam aber sicher auf das actionreiche Finale zu. Und spätestens hier sind die Ähnlichkeiten zu Scotts früheren Werken „Gladiator“ und „Königreich der Himmel“ unübersehbar. Was die Schlachten dennoch sehenswert macht, ist, dass hier entgegen dem allgemeinen Trend weitestgehend auf Computereffekte verzichtet wurde und die Action endlich mal wieder „handgemacht“ wirkt. Es braucht auch nicht eine Armee, die mittels Computer zu unglaubwürdiger Größe anschwillt wie in Wolfgang Petersens „Troja“.

Am Ende ist „Robin Hood“ zwar nicht der ganz große Wurf, aber trotz seiner 148 Minuten recht kurzweilige Unterhaltung mit durchweg überzeugenden Darstellern, schönen Bildern, Liebe für historische Details und einem gefälligen Soundtrack. Das Bremer Publikum blieb übrigens bis zum Ende des Abspanns im Kinosaal sitzen und nicht etwa, weil es eingeschlafen wäre.

Peter Becker Ihr Peter Becker
Reporter Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen

Mehr zum Film:
Trailer zu Robin Hood
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Schlager 2.0: Kunst oder Klischee?

von Steffen Berner am 17.05.2010 um 17:25
Alexander Marcus

Er hat eine Vorliebe für weiße Slipper, trägt am liebsten rosa Hosen und in seinem Haar treibt mehr Öl als im Golf von Mexico. Alexander Marcus ist der Inbegriff des schmierigen Schlagerfuzzis.

Würde unter seinen Songs nicht ein amtlicher House-Beat wummern, könnte man ihn wohl auch den Zuschauern der Hitparade oder des Musikantenstadls servieren. Doch die Zielgruppe von Alexander Marcus ist die Youtube -Generation. Die Fans klicken seine Videos millionenfach an, gerade weil sie so unsagbar schrecklich sind.

Doch im Gegensatz zu den meisten Internetstars konnte er seinen Erfolg von der virtuellen in die reale Welt übertragen. Mittlerweile spielt der Berliner vor tausenden Fans. Das immerhin ist unbestreitbar ein Erfolg. Der Streit über seine musikalischen Qualitäten wird wohl weitergehen.

Steffen BernerIst Alexander Marcus nun eine geniale Parodie auf die schnulzige Schlagerszene? Oder gibt er seinen Fans nur die Rechtfertigung, Musik zu hören, für die sie sich normalerweise schämen würden?
Kunst oder Klischee - was halten Sie vom Schlagerbarden?

Ihr Steffen Berner
Redakteur Guten Abend RTL
für Niedersachsen und Bremen


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Die Pockengeplagten

von Mütter-Doppel am 12.05.2010 um 10:41
Kathrin und Nicole


Zwei Mütter - zwei Meinungen

Einmal pro Woche melden sich ab sofort unsere Online-Redakteurinnen Nicole und Kathrin - beides Doppelmamis - in unserem Mama-Blog „Mütter-Doppel“ zu Wort - und diskutieren Themen rund um Kinder und Erziehung.
Und natürlich ist dabei auch IHRE Meinung, liebe User, gefragt. Schreiben Sie uns!


Kathrin BensemannKathrin Bensemann: Es ist wie eine Zeitreise, wie damals, als ich noch einen Säugling bei Laune halten musste: Der Schlafanzug bleibt bis mittags an, die Küche kalt, die Wimperntusche im Badezimmerschrank. Wir haben die Windpocken - wir, das sind mein Mann und ich und unser ältester Sohn, der uns quasi in Kollektiv-Haft genommen hat – und damit ab sofort auch in Quarantäne.

Nicole Ide:
Ich war 14, als mich die Windpocken anfielen und erstaunlich einsam. Der Nachbarjunge wollte zwar kommen, sollte aber nicht - ich wollte in dieser Weißbetupften-Pustel-Verfassung von keinem Jungen dieser Welt gesehen werden.

Kathrin Bensemann: Ja, was das bedeutet, wurde mir auch erst beim Kinderarzt und dem Satz der Arzthelferin klar: "Bleiben Sie, wo sie sind. Ich mache in der Praxis alle Türen zu - und erst dann verlassen sie bitte das Gebäude." Ich nicke brav, während mein Sohn verwirrt fragt, was wir verbrochen haben.

Was in den nächsten zehn Tagen folgt, lässt einen auf das Verdienstkreuz des Bundespräsidenten hoffen: Über eine weitere Nacht explodieren die Pocken am ganzen Körper, bei 58 hören wir auf zu zählen. Dann kommen die Juck-Tage - und ich muss erfinderisch werden. Für die schlimmsten Attacken gibt's Panini-Bilder (Danke WM!), für den Rest kalte Luft aus dem Strohhalm – wohlgemerkt für jede verdammte Windpocke. Den genervten Blick meines Sohnes bei dem Satz: "Aber nicht kratzen", nehme ich tapfer hin. Auch die Frage meiner Nachbarin: "Warum hast Du ihn nicht impfen lassen?", die über den Zaun schlaumeiert.

Nicole IdeNicole Ide: Vor lauter Juckreiz und Langeweile habe ich mir damals eine Nadel genommen und meine Windpocken aufgepiekst - zum Glück gab es keine Narben. Bei meiner damals dreijährigen Tochter habe ich natürlich mit Lotion getupft. Allerdings hat sie mit allem, was auf ihre Haut geklebt wurde, empfindlich reagiert. Als ich ihr mal - nur so zum Spaß - ein Abziehbild auf den Unterarm klebte, wurde ihr Gesicht kreidebleich, ihre Lippen grün – das war damals absolut nicht ihr Ding. Ich habe dann panisch versucht, das Bild wieder abzurubbeln.

So kam das Windpockenpuder bei unserer Tochter also alles andere als gut an. Deshalb ist meine zweite Tochter auch gegen Windpocken geimpft – jetzt bin ich raus!

Kathrin Bensemann: Impfen kam für uns nicht in Frage. Weil man Kindern Windpocken auf jeden Fall zumuten kann. Und inzwischen bin ich stolz, dass wir es geschafft haben. Wenn auch nur für kurze Zeit: Heute Morgen habe ich die ersten Windpocken bei Sohnemann Nummer 2 gesichtet….

Nicole Ide: Da wird man dann wohl hauptberuflich zur Krankenschwester. Ich bin froh, dass unsere Kinder gegen Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geimpft werden können. Und für das Training des kindlichen Immunsystems bleiben ja noch Dreitagefieber, Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber, Ringelröteln, Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Mundfäule….

Ach ja, falls es mal einen Impfstoff gegen Läuse geben sollte, ist unsere Familie dabei!

Wie haben Sie die Windpocken Ihrer Kinder erlebt?


Ihre Kathrin Bensemann und Nicole Ide
Redakteurinnen RTLregional.de


Macht Mirko Slomka weiter?

von Markus Dietz am 10.05.2010 um 17:02
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Er hat sie vor dem tiefen Fall in die zweite Liga gerettet.
Doch nach all dem Jubel in der Leinestadt um den Klassenerhalt ist die Zukunft von Trainer Mirko Slomka noch nicht gesichert. Ein klares Treuebekenntnis zum Übungsleiter gibt es von der Vereinsführung bis jetzt noch nicht. Klubchef Martin Kind hat vor die Personalplanung die Fehleranalyse gestellt. Der richtige Weg, denn ein „Weiter so!“ darf es nach einer solchen Saison, in der der Abstieg erst in letzter Sekunde verhindert wurde, nicht geben. Dass einige Spieler den Verein verlassen, liegt in der Natur der Dinge.

Markus DietzAber ein Coach, der einer Mannschaft nach der Tragödie um Robert Enke und der Verletztenmisere wieder so ein Selbstvertrauen für den Endspurt gegeben hat, muss bleiben. In der entscheidenden Phase haben alle für den Klassenerhalt gekämpft: Spieler, Trainerstab und allen voran die Fans. In den letzten Wochen gab es ein „Wir-Gefühl“, wie ich es persönlich in den vergangenen 20 Jahren nicht erlebt habe. Daran hat der bekennende Hannoveraner Slomka einen entscheidenden Anteil. Es muss Veränderungen im Team geben, ganz klar. Aber der Trainer Slomka hat nicht nur das Potential als „Retter“, sondern auch als „Macher“ für eine bessere sportliche Zukunft.

Ihr
Markus Dietz
Reporter Guten Abend RTL für
Niedersachsen und Bremen